Die Zukunft ist langfristig gesichert

12.09.2013
- Die Wyon AG hat den Neubau in Steinegg bezogen 63 Arbeitsplätze bietet die Wyon AG momentan in ihrem neuen Firmengebäude an der Sägehüslistrasse in Steinegg. Dort werden Batterien entwickelt und produziert. Das Appenzeller Unternehmen gehört weltweit zu den Marktführern bei Akkus für Hörgeräte.

Angefangen hat Paul Wyser, als er 1999 die Wyon AG zusammen mit seiner Frau Marie–Theres gründete, in einem Labor in seiner Garage auf der Weberen oberhalb von Appenzell. Die globale Vernetzung aus Erfahrungen, die er in ähnlich gelagerten Betrieben gesammelt hatte, konnte er von Beginn weg nutzen. Bis 2002 entwickelte er neue Gehäusekonzepte für Batterien wie sie für Hörgeräte gebraucht werden: hautverträglich, platzsparend, ästhetisch. Für die Batterien suchte er zuverlässige umweltschonende Lösungen. Bis anhin mussten Hörgeräteträger die Batterien nach wenigen Stunde Laufzeit ersetzen.Die Wyon AG ist Spezialistin geworden für kleine Hörgeräte–Akkus, die über Nacht wieder aufgeladen werden können. Bei den Akkus für Gehörlosen–Implantate ist die Wyon weltweit Marktführer.Im Mai 2005 wurde mit der Produktion im Hoferbad in Appenzell begonnen. 2007 wurde die Produktepalette erweitert und im nächsten Jahr wird voraussichtlich eine Batterie für medizinaltechnische Pumpen produziert, die Patienten in den Bauchraum implantiert werden. Im Hoferbad arbeiteten 50 Personen in Entwicklung und Herstellung; der Platz wurde eng. Am neuen Standort in Steinegg sind es bereits 63 Mitarbeitende; die Raumkapazität ist auf 100 Arbeitsplätze ausgelegt.Paul Wyser und seine Mitarbeiter Marcel Inauen (beim Neubau verantwortlich für die Haustechnik) und Sohn Philipp Wyser verantwortlich für die Reinräume und die administrative Abwicklung, präsentierten am Dienstag zusammen mit Architekt Jürg Kellenberger den Medien das neue Firmengebäude. Im Juli war der Betrieb nach nur zwei Jahren Bauzeit umgezogen; im August konnte bereits eine Rekordproduktion ausgewiesen werden. Bisher verliessen pro Jahr 200 000 Baterien die Wyon AG, künftig könnten es doppelt so viele sein.Die «Züglete» sei dank der Flexibilität der Mitarbeitenden effizient von statten gegangen, erzählte Paul Wyser. Überhaupt lobte er mehrfach seine Angestellten: Sie kommen aus unterschiedlichen Berufen und werden dank Schulungen und Weiterbildungen zu Fachkräften im Spezialgebiet der Batterienherstellung. In Zukunft könnten, dank der grosszügigen Produktionsstätte auch Elektroniker und Mechaniker ausgebildet werden, so Paul Wyser.Hightechprodukte in Appenzell herzustellen war eine bewusste Entscheidung, erklärte der ehemalige Säckelmeister. Hier finde er engagierte Mitarbeitende, die sich mit dem Betrieb identifizieren. Wyon Batterien sind «Swiss Made», 80 Prozent der Zutaten stammen aus der Schweiz; die spezifischen Komponenten werden in Asien und den USA eingekauft. Die Batterien der Wyon AG tragen zum Umweltschutz bei, da sie wieder aufladbar sind. Diese ökologische Haltung sollte auch im Neubau umgesetzt werden, der dem Minergie–Standard entspricht, dessen Bauelemente die hiesige Baukultur zitieren und der sich dezent ins Landschaftsbild einfügt (s. Baureportage vom Donnerstag). Die Bevölkerung ist eingeladen, den Neubau am 14. September zu besichtigen. In fünf bis zehn Jahren könnte ein zweiter Gebäudeflügel mit weiteren 100 Arbeitsplätzen realisiert werden. Dafür ist jetzt schon alles planerisch vorbreitet. Paul Wyser rechnet mit zügigem Wachstum der Firma, da bereits weitere Innovationen in Vorbereitung sind. «Die Zukunft der Wyon AG ist langfristig gesichert». Die zweijährige Bauzeit konnte mit einem «Super–Team», wie Wyser lobte, bewältigt, der Neubau mit einem Grossteil an einheimischen Handwerkern speditiv erstellt werden. Terminvorgaben und Kostendach (11 Mio. Franken) wurden gar leicht unterschritten.